Villa Pluvigner
Das Projekt in Pluvigner, Frankreich, dreht sich um die behutsame Umgestaltung einer schlichten landwirtschaftlichen Struktur in einen modernen Rückzugsort auf dem Land, wobei die historische Integrität bewahrt und zeitgenössische Bedürfnisse berücksichtigt werden. Ursprünglich ein einfacher Steinbauernhof, strahlt das Gebäude eine rohe, vernakuläre Schönheit aus, die seine Ursprünge in der bretonischen Landschaft widerspiegelt. Die Renovierung zielt darauf ab, diese ursprünglichen Qualitäten zu verstärken, indem die zeitlose Textur des gealterten Steins mit sensiblen architektonischen Eingriffen kombiniert wird.
Der Entwurf bewahrt bewusst die Essenz der bestehenden Struktur. Die massiven Steinwände, gezeichnet von Jahrzehnten der Witterung, werden sorgfältig restauriert, um ihren rustikalen Charakter zu erhalten. Öffnungen werden neu interpretiert, indem bestehende Fenster und Türen vergrößert oder angepasst werden, um Licht in die Räume zu lassen, während der Rhythmus und die Proportionen der ursprünglichen Fassaden respektiert werden. Ein minimalistischer Ansatz bei der Gestaltung neuer Öffnungen stellt sicher, dass diese Eingriffe dem Gesamtbild der Materialität untergeordnet bleiben.
Ein wesentlicher Bestandteil der Umgestaltung ist die Einbindung des Gebäudes in seine natürliche Umgebung. Das Landschaftskonzept nutzt einheimische Pflanzen, um die Grenze zwischen Architektur und Natur aufzuheben und einen harmonischen Dialog zwischen dem Bauwerk und den umgebenden Feldern zu schaffen. Bäume und Wiesen werden eingeführt, um einen Sinn für Ort zu vermitteln, saisonale Vielfalt zu bieten und die Biodiversität zu fördern.
Im Inneren wird der Bauernhof als lichtdurchflutetes, offenes Wohnkonzept neu gedacht, das modernes Leben ermöglicht, ohne den ländlichen Charakter zu verlieren. Dachfenster, die dezent in die Dachlinie integriert sind, durchfluten den Innenraum mit Tageslicht, während Holzakzente dem Steinambiente Wärme verleihen. Das Design bewahrt die großzügigen Raumvolumen des ursprünglichen Gebäudes und zoniert gleichzeitig Bereiche für Wohnen, Kochen und Schlafen. Sichtbare Strukturelemente wie Balken erinnern subtil an die landwirtschaftliche Vergangenheit des Gebäudes.
Die Gegenüberstellung von Alt und Neu wird durch zeitgenössische Materialien und Oberflächen betont. Das ursprüngliche Wellblechdach wird durch eine Zinkdeckung ersetzt, die Langlebigkeit bietet und dennoch visuell an die industrielle Herkunft erinnert. Der Eingriff bleibt zurückhaltend, aber bewusst, sodass sich der Bauernhof mit Würde und Feingefühl in ein modernes, komfortables Zuhause verwandeln kann.
Letztendlich verfolgt dieses Projekt das Ziel, ein Beispiel für nachhaltige ländliche Entwicklung zu setzen und zu zeigen, wie durch eine adaptive Wiederverwendung landwirtschaftliches Erbe wiederbelebt werden kann. Der Entwurf schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, feiert die kulturelle Identität der Region und schafft zugleich einen Rückzugsort, der eine enge Verbindung zur Natur ermöglicht.
Projektstart
2020
Projektende
2025
Bereich
4000 m2
Standort
FR